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Baurecht
Der Ärger mit dem Dach

Das neu gedeckte Dach eines Hauses sollte lange halten, so meint man. In Fachkreisen werden für Dachpfannen aus Beton 60 Jahre und für gebrannte Dachpfannen/Ziegel Dächer 80 Jahre als mittlere Lebensdauer angegeben. Natürlich hängt die Lebensdauer von der Qualität ab. 50 Jahre sollten jedoch ein Minimum sein. Hersteller von Dachpfannen und Dachziegeln werben häufig mit Garantiezeit von 25-30 Jahren. Doch ist dies auch durchsetzbar?

Hierzu muss der Bauherr einiges beachten. Häufig ist es nicht bekannt, dass es einen Unterschied zwischen Gewährleistung für Mängel und Garantie gibt.

Unter Gewährleistung steht versteht man die Mängelhaftung, also die Pflicht des Bauausführenden für Mängel während einer Frist einzustehen.Die Gewährleistung für Mängel an einem Bauwerk, – also auch an einem neu eingedeckten Dach – ist gesetzlich geregelt. Sie beträgt für eine Dacheindeckung gemäß § 634a Abs. 1 Ziffer 2 BGB fünf Jahre und beginnt mit der Abnahme der Leistung. Haben die Vertragspartner für die Ausführung der Bauarbeiten die Geltung der Verdingungsordnung für Bauleistungen Teil B (VOB/B) vereinbart, so beträgt die Gewährleistungsfrist für eine Dacheindeckung vier Jahre.

Davon zu unterscheiden ist die vom Hersteller beworbene und gegebenenfalls auch gewährte Garantie. Es handelt sich bei den von Herstellern gewährten Garantien um eine freiwillige sogenannte Beschaffenheit-oder Haltbarkeitsgarantie. Diese beginnt zumeist ebenfalls mit der Abnahme und läuft zunächst parallel zur Gewährleistungsfrist, aber eben je nach Versprechen dann über diese hinaus. Der Inhalt des Versprechens ist nicht gesetzlich geregelt, er muss vertraglich vereinbart werden.

Aus gegebenem Anlass weisen wir darauf hin, dass die Durchsetzung von Garantieansprüchen nur dann möglich ist, wenn der Anspruchsteller die Gewährung der Garantie auch beweisen kann. Dies ist häufig nicht der Fall.

Der Bauherr hat eine Hausbaufirma beauftragt, die ihm ein Fertighaus erstellt oder aber er hat z. B. in eigener Regie gebaut und für die Dacheindeckung eine Dachdeckerfirma beauftragt. Garantieversprechen von Herstellern der Dachpfannen/Dachziegel sind zwar häufig allgemein bekannt, jedoch die wenigsten Bauherren können dieses Garantieversprechen letztendlich nachweisen.

Als Bauherr sind Sie daher gut beraten, unabhängig von ihrer vertraglichen Bindung an einen Fertighausanbieter oder direkt eine Dachdeckerfirma, sich die Herstellergarantie schriftlich bestätigen zu lassen. Andernfalls könnte es schwierig werden, die eigenen Ansprüche durchzusetzen.

So ist es in den Jahren 2004-2006 bei einem Dachpfannenhersteller zu Produktionsfehlern gekommen, die sich erst bei strengen Wintern nach Jahren gezeigt haben.

Sind die Gewährleistungsfristen noch nicht abgelaufen, so ist umgehende Mängelanzeige und beim BGB-Vertrag Klage oder ein gerichtliches Beweisverfahren vor Ablauf der Frist notwendig. Bei wirksamer Einbeziehung der o.g. VOB /B reicht die rechtzeitige schriftliche Mängelanzeige beim Vertragspartner, deren Zugang man nachweisen können sollte.

Häufig waren bei Betroffenen jedoch die Gewährleistungsfristen abgelaufen und konnten die Bauherren die seinerzeit beworbene bzw. zugesagte Garantie bedauerlicherweise nicht nachweisen.

Kann dem Vertragspartner und/ oder dem Hersteller keine Arglist vorgeworfen und nachgewiesen werden, also wusste dieser nichts von der Mangelhaftigkeit der Produktion, bestehen gerichtlich kaum Aussichten eine neue Dacheindeckung kostenfrei zu bekommen.

Doch auch dann lohnt es sich, den Kontakt zum Hersteller zu suchen und eine Kulanzregelung zu erbitten. Einen gesetzlichen Anspruch darauf hat man zwar nicht, jedoch legen Hersteller stets Wert auf zufriedene Kunden und sind bestrebt Schaden vom Ruf des Unternehmens abzuwenden. Lassen Sie sich im Zweifelsfall rechtzeitig beraten.

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Tel.: (030) 46 72 40 57 0
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Email: kanzlei@blum-hanke.de
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