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Verkehrsrecht
Achtung Wild!

Sie geschehen überall und auch zu jeder Jahreszeit – Wildunfälle. In der Brunftzeit der Wildtiere von Oktober bis Januar und in der Zeit der Revierkämpfe von April bis Juni, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung besteht erhöhte Gefahr von Wildwechsel. In Deutschland werden besonders gefährdete Stellen mit dem Verkehrszeichen 142 gekennzeichnet. Manch ein Beifahrer sagt beim Anblick lächelnd: „Vorsicht Hirsche!“ Doch lustig ist dies keinesfalls. Wer den unfreiwilligen Kontakt mit einem plötzlich auf der Fahrbahn auftauchenden Tier schon einmal erlebt hat, weiß, dass dies meist ein einschneidendes negatives Erlebnis ist.

Zu den Wildtieren in unseren Breiten zählen gemäß Bundesjagdgesetz hauptsächlich Rehwild, Schwarzwild (Wildschweine,) Rotwild, Damwild, Fuchs, Hase und der Dachs. Keine Wildunfälle sind solche mit Beteiligung von kleineren Tieren, wie Vögel, Igel oder Frösche. Unfälle mit Haus- und Nutztieren gehören ebenso nicht zu den Wildunfällen. Von einem Wildunfall spricht man, wenn durch eine Kollision eines Kraftfahrzeuges mit einem Wildtier oder durch ein von einem Wildtier verursachtes Ausweichmanöver ein Schaden am Kraftfahrzeug entsteht.

Manche Gerichte sind der Auffassung, dass auf Straßen an oder durch Waldbestand eine Fahrgeschwindigkeit von um oder über 80 km/h bereits zu hoch sei. Unterschiedliche Auffassungen gibt es dazu, ob damit bereits der Tatbestand der groben Fahrlässigkeit erfüllt ist, denn bei nicht angemessener Geschwindigkeit besteht beim Bremsen und zugleich Ausweichen oder ausschließlichen Ausweichen Schleudergefahr und der Bremsweg wird zu lang.

Empfohlen wird Autofahrern bei einem wahrscheinlichen Zusammenstoß festes Bremsen mit fest gehaltenem Lenkrad ohne Ausweichversuch. Das hört sich zunächst zwar nicht sinnvoll an, aber genauer betrachtet, wird klar, dass ein Ausweichversuch nicht einschätzbare Folgen auf den nachfolgenden und den entgegenkommenden Verkehr haben kann. Zudem lässt sich ein Wildunfall nur bei entsprechendem Schaden nachweisen. Unternimmt man ein Ausweichmanöver kann ein so entstandener Schaden ohne Zeugen leicht zu Lasten des Fahrers gehen.

Im Falle eines Wildunfalles heißt es zunächst Ruhe zu bewahren. Sodann gilt wie bei allen Unfällen § 34 StVO. Es ist der Verkehr zu sichern, bei geringfügigem Schaden beiseite zu fahren, damit weitere Gefahren vermieden werden. Bei Personenschäden ist erste Hilfe zu leisten und ggf. ein Rettungswagen zu rufen. Des Weiteren muss die Polizei und der jeweilige Förster über den Wildunfall informiert werden.

Bleibt ein angefahrenes Tier auf der Straße liegen, so ist es im Sinne des § 32 StVO als „Gegenstand“ unverzüglich von der Straße zu entfernen. Ist dies auf Grund der Größe, des Gewichtes oder aus anderen Gründen nicht möglich, muss die Stelle bis zur Beseitigung zumindest ausreichend beleuchtet und abgesichert werden. Es ist nicht gestattet ein am Wildunfall beteiligtes Tier etwa mitzunehmen, selbst zu entsorgen oder gar zu verwerten. Sofern erforderlich und möglich, ist das Tier von der Fahrbahn zu schaffen. Dies sollte nie mit bloßen Händen sondern möglichst mit Handschuhen geschehen.

Ist das eigene Fahrzeug nicht mehr fahrfähig, ist dies auf ausreichende Entfernung kenntlich zu machen, um Gefahr für Dritte zu vermeiden. Ein Verstoß gegen dieses Gebot kann gem. § 315c StGB strafbar sein.

Kaum ein Autofahrer rechnet wirklich mit einem Zusammenstoß, vertraut zumindest auf sein gutes Reaktionsvermögen. Dennoch sollten sich Autofahrer der Gefahr des Zusammenpralls mit einem Wildtier stets bewusst sein und ihre Fahrweise besonders an als gefährdet gekennzeichneten Stellen und in der Nähe von Waldgebieten darauf einrichten.

Für Fragen rund ums Verkehrsrecht stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen.

Rechtsanwältin Heike Hanke
Email: kanzlei@blum-hanke.de


Wichtiger Hinweis: Der Artikel dient ausschließlich der allgemeinen und persönlichen Information. Er kann die individuelle Beratung und Beurteilung der Sach- und Rechtslage des konkreten Einzelfalls nicht ersetzen. Der Autor übernimmt auch keinerlei Gewähr und keine Haftung, die aus einer Verwendung der bereitgestellten Informationen resultieren. Der Autor gibt weder rechtliche noch steuerrechtliche Empfehlungen, mit denen eine Mandatsbeziehung begründet wird. Dessen ungeachtet sind sämtliche Informationen mit größter Sorgfalt und bestem Wissen und Gewissen erhoben und weitergegeben worden.

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