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Verkehrsrecht

Fahrzeugführer vs. Fußgänger - Wann haben Fußgänger innerorts Vorrang?



Zunächst erscheint die Frage einfach zu beantworten, doch bei näherem Betrachten ist dies bei Weitem nicht so. Ein solcher Beitrag reicht nicht aus, um alle Besonderheiten zu betrachten und zu beschreiben.

Der Grundsatz ist zunächst klar: § 1 der StVO - Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Darüber hinaus haben Fahrzeuge als die „stärkeren“ Verkehrsteilnehmer immer, also auch außerhalb von besonderen Situationen, eine gesteigerte Sorgfaltspflicht gegenüber Fußgängern. Geschwindigkeit anpassen, Abstandskontrolle und Bremsbereitschaft sind notwendig, mit plötzlichem Hervortreten hinter parkenden Fahrzeugen, mit Kindern, gebrechlichen, unbeholfenen oder auch unachtsamen Fußgängern muss stets gerechnet werden.

Dass Fahrzeuge den Fußgängern an Zebrastreifen und an Fußgängerampeln den Vorrang einzuräumen haben, ist jedem klar. Fußgänger hingegen haben vor dem Überqueren sich stets nach links und rechts zu vergewissern, dass ein gefahrloses Überqueren der Fahrbahn möglich ist.

Es gilt die Regel: „Geradeausverkehr vor abbiegendem Verkehr“. Fußgänger haben also dann Vorrang, wenn sie die Straße überqueren, in die das Fahrzeug bei einem Abbiegevorgang einbiegt. Dies gilt auch bei abknickender Vorfahrt.

Ob an echten Kreuzungen oder an T-Kreuzungen, Fußgänger die Straße überqueren wollen, in die das Fahrzeug in Abänderung seiner Fahrrichtung - egal ob rechtsherum oder linksherum - einfährt, haben sie Vorrang. Wollen Fußgänger die Straße überqueren, in der ein Fahrzeug unter Beibehaltung seiner eigenen Fahrtrichtung fährt, haben die Fahrzeuge Vorrang.

Besondere Unsicherheit besteht häufig auch im Zusammenhang mit einem Kreisverkehr. Auch hier gilt, wer aus dem Kreisverkehr ausfährt, hat Fußgängern, die die Straße überqueren wollen, in die das Fahrzeug aus dem Kreisverkehr kommend einfahren will, den Vorrang zu gewähren.

Will ein Fahrzeug in einen Kreisverkehr einfahren, müssen Fußgänger, die die Straße überqueren wollen, aus der das Fahrzeug kommt bevor es in den Kreisverkehr fährt, warten.

Außerdem gilt: Der Gehweg gehört den Fußgängern. Wer einen Gehweg mit dem Fahrzeug passieren will, d.h. bei Fahren über abgesenkten Bordstein oder in eine Grundstücksein- bzw. -ausfahrt, hat Fußgängern Vorrang zu gewähren. Es gilt Schrittgeschwindigkeit und ganz besondere Obachtspflicht.

In verkehrsberuhigten Bereichen gibt es keinen gesetzlich normierten Vorrang von Fußgängern, allerdings haben Fahrzeuge auf Fußgänger besonders zu achten, sodass sich daraus ein faktischer Vorrang der Fußgänger ableiten lässt. Das gilt auch, wenn Fahrzeuge als Anlieger, Lieferfahrzeuge oder mit Ausnahmegenehmigung in einer Fußgängerzone fahren dürfen oder müssen.

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